Klippenbekenntnisse und Exorzismen

das war der BPS im Jänner 2026
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Das Jahr ist jung, der Jänner erst halb vorbei, aber wir treffen uns trotzdem schon am 23.1. In der Bäckerei Kulturbackstube zum ersten BPS des Jahres 2026. Die Jingles von Katrin ohne h dröhnen durch die Halle, das Moderationsduo BachMara (Die Bacher und Tamara Stocker) glitzert, als kämen sie direkt von der Silvesterparty und mit einem Line-up von 10 Poet*innen wird das Slam-Jahr eröffnet.

Thalia K. macht den Anfang. Sie hatte in „Hallywood” eine unschöne Begegnung mit einem Hubert, der sich als Gandalf ausgab und ihr mitteilte: „du kimmsch nit vorbei!“ Die Natur (des Hundes) lässt sich aber nicht einmal von gschutzten Schützen aufhalten.

Tirolerisch nimmt es auch Alex Maier und hat die dritte Episode seiner Sprichwort-Analyse dabei. Er fragt sich, ob wirklich noch kein Paragleiter „gleanta vom Himml gfalln is“. Weil eigentlich sollten die es ja schon gelernt haben.

Maxime hatte die Grippe und versinkt in einen Fiebertraum – Exorzismus inklusive. Nur leider geht dank gebündelter Sünden der Priester in Flammen auf und kann auch mit Weihwasser nicht gelöscht werden. Es triumphiert die Hexe der Neuzeit und Maxime zieht direkt ins Finale ein.

Der Geist des Frühlings hat eine Lehrerballade in drei Akten dabei. Per E-Mail fragt er Herrn Müller „Mathematikst du noch richtig?“ zum Schluss zeigt sich, dass der Tor doch gescheiter als zuvor geworden ist.

Elias Hirschl ist aus Wien angereist und bringt Motivation für ein neues, spannendes Leben mit: „Klau ein Polizeipferd! Was wollen sie schon machen?“ Aber eigentlich ist ihm ein bisschen fad. Er ist noch länger hier und hätte Freizeit. Das Publikum will ihm anscheinend was zu tun geben und schickt ihn mit Höchstpunktezahl ins Finale.

Katrin ohne h hat in ihrem Text Taylor Swift Zitate verbaut, das freut besonders die Moderatorinnen. Katrin würde sich eher drüber freuen, wenn der Benko und der Grasser einmal richtig sitzen würden, aber bis dahin wartet sie eben noch auf eine Realität in der alle Mäuse würdevoll leben können.

Zum ersten Mal beim BPS ist Sophie und zieht direkt blank. Den Seelen-Striptease hatte sie nicht vor, aber manchmal muss man dann halt doch wissen, ob das, was sich nach mehr anfühlt, auch mehr ist.

Joey Woodner macht Urlaub in Griechenland und fährt dabei in Berliner Bussen. So ganz nach Plan verläuft der Traumurlaub aber nicht, er ist am Sand im Sand. Zum Glück helfen griechische Handwerker nicht nur bei Reparaturarbeiten, sondern auch der Wanderroute.

Lenny galoppiert geradezu auf die Bühne. Denn ihre Hoffnung ist eine motivierte Reiterin, die sie leider auch öfters in die Scheiße reitet. Ganz im Gegensatz zu ihren Wachhunden, die niemanden an sie ran lassen. Ihr Klippenbekenntnis belohnt das Publikum mit Punkten und dem Finaleinzug.

Auch Laura ist zum ersten Mal beim BPS und hat ein Liebesgedicht mitgebracht. Aber ist dieses Gefühl zwischen Nähe und Distanz wirklich eine Beziehung oder doch nur eine Konstante? Die Antwort auf die innerliche Zerrissenheit gibt ihr das Publikum: Wir rufen „komm bitte wieder“ und freuen uns schon auf mehr von Laura!

Nach der Pause und dem Werbeblock gibt es ein knackiges Dreierfinale. Lenny stellt Überlegungen über Würste und ihre Enden, respektive Anfänge an, was im Grunde aber Wurst ist, weil sie Vegetarierin ist.

Maxime begibt sich auf einen Streifzug durch die Welt der Vornamen und entscheidet sich zu unser aller Erleichterung nicht für Hubert.

Elias Hirschl wird zum Zentrum der Party indem er sich zu den Getränken in die Badewanne legt und Walter Benjamin zitiert. Die Partyzipation zahlt sich aus, er nimmt das Gewinner-Friendship-Bracelet, den prall gefüllten Slambeutel und den Feuerwehr-Mühlau-Kalender mit nach Wien.

Fotos: Jojo Fischler und Adrian Mayr

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