Das erste Drittel eröffnete Maxime und äußert den Wunsch, einen Peipackzettel für das Leben zu bekommen. „Was ist das Leben und wofür wird es angewendet?“ Maxime hätte gerne früher gewusst, dass das Leben nicht so gelebt werden muss, wie es uns vorgegeben wird.
Es folgt Alex Maier, der sich ordentlich über die Tiroler Volksfeste und deren Besucher*innen auslässt. Traditionelle Werte werden hinterfragt. Das Publikum freuts und vergibt Punkte – ebensoviele, wie auch Maxime erhalten hat. Sogar mit Streichwertung: alles gleich.
Kathi Bacher hat einen Text herausgekramt, den sie vor 6 Jahren vor Corona geschrieben hat, und sich fragt, wie das Leben in 5 Jahren sein wird. Sie wollte damals durch die Wohnung tanzen, bis alles vorbei ist. Mit dem Stichwort Schreibvirus bekommt sie minimal weniger Punkte als ihre Kontrahent*innen, daher steht fest, dass noch nichts feststeht.
Jojo startet in das zweite Drittel und fragt sich nicht nur, wie „Gnocchi“ richtig ausgesprochen wird, sondern auch, was sonst noch alles getan werden könnte, während dieser Text geschrieben wird. Es wird von zittrigen Knien gesprochen. Die Punkte sehen jedoch sehr stabil aus.
Toni mit 2 a berichtet davon, wie sie die Familie ihres Freundes kennengelernt habe. Es werden Tiere im Zoo gestohlen und mit Kamelen geflüchtet.
Andi, der zum ersten Mal dabei ist, berichtet von einem Krankenhausaufenthalt, der ihn fast wahnsinnig gemacht hätte. Das Zwielicht in den Gängen wird beschrieben und Romane von Thomas Bernhard finden Erwähnung. Das Rennen macht in diesem Drittel Jojo.
Für das letzte Drittel dieser Vorrunde machte Annika Biedermann auf dem Weg von Wien in ihre Heimat Schweiz extra einen Stop in Innsbruck. Für sie ist die Welt manchmal eine Wucht. Viele Fragen stehen im Raum, doch die Umsetzung falle oft schwer. Rechnungen gehen nicht auf.
Mit 49 von 51 möglichen Punkten scheint die Rechnung für das Finale fast schon sicher aufzugehen.
Wäre da nicht Ida Nordpol, die auf PI, also Publikumsintelligenz, setzt. Nichts gehe mehr ohne eine App, selbst beim Wertstoffhof. Dieser Text ist jedoch alles andere als zum Wegwerfen und bringt ihr 50 Punkte.
Joey Woodner schließt die Vorrunde und erfreut sich über Milkaschokolade, die fett und glücklich macht.
Da wir ja nicht auf Meister*innenschaften sind, wird in guter alter Hippiemanier ein 5er-Finale beschlossen, da sich alles andere unfair angefühlt hätte.
Den Auftakt macht Alex Maier und spricht über Astrologie und stellt fest, dass Stetoksop und Horoskop doch sehr ähnlich klingen würden. Bei Mondzyklus denkt er an menstruierende Werwölfe, was als Stichwort festgehalten wird.
Maxime thematisiert alte weiße Männer, also auch den eigenen Vater, und die Maximaldosis, die von der Welt ertragen wird.
Jojo spielt mit Elvis-Zitaten und hält fest, nicht dafür gemacht zu sein, die Welt allein zu tragen.
Annika Biedermann hört Stimmen in ihrem Ohr. Krieg erklären sei Mansplaining im Endstadium und nachdem sie dolmetsche, müsse sie sich den Mund ausspülen.
Ida Nordpol vervollständigt dieses fulminante Finale mit einem Text über die Monate und was diese so alles leisten und aushalten müssen. Die Zeit wird überzogen, die Moderation schubst sie zart von der Bühne. Es wird zurückgeschubst und es gibt viel Applaus.
Am Ende macht Annika Biedermann das Rennen. Jetzt ist sie nicht nur Schweizer Meisterin 2025, sondern auch Siegerin des BPS im Februar 2026. Würdig nimmt sie das Siegesgurkenglas an. Juhuuui.
Es folgt eine Nacht-Stadtwanderung durch ALLE Innsbrucker Lokale, bis schließlich ein Ort gefunden wurde, an dem wir erschöpft, aber glücklich den Abend ausklingen lassen.
Alle Fotos: Martin Fritz




