Poly-Pommes im LebensZIPklus

Das war der BPS im Oktober 2026 - wir starten mit ofenwarmen Baguettes und Croissants in die Saison. Liest hier einen mit warmem Herzerl und kalten Fingern getippten Nachbericht.
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Bäckstreets bäck bäck bäck again mit Poetry Slam Oktober-Edition mit MC Leo und DJ Katrin ohne h (gscheiter DJ-Name in Arbeit) und einem für Bäckereiverhältnisse gar beschaulichen Line-up. Zehn Poetys plus Feature Li und dann gehts auch schon los.

Li ist weder aus Deutschland noch aus Wien, sondern aus Graz und fragt sich deshalb naturgemäß welche die richtige Murseite ist – aber no murseitenshaming bitteschön!

Berit sammelt vielleicht gerne Sackerl in ihrem Plastiksackersammelsackerl in jedem LebensZIPklus, aber das heißt noch lange nicht, dass man ihr, cutem Beuteltier, auf den Sack gehen darf, immerhin herrscht für alle und v.a. für Sackerl Versammlungsrecht.

Bei Sophie wirds gefühlig bis zum kollektiven Stimm- und Textblattzittern. Es geht ums Vermissen, sie möchte “dir” Beine leihen, um wieder zurückzukommen, “deine” Geschichten auswendig lernen und konservieren, aber selbst Mamas Fotos verblassen irgendwann. Die Jury fühlt’s zurecht und setzt Sophie auf den von MC Leo handgetischlerten Hot Seat.

Katrin ohne h schreibt sich die Zusammenfassung selber. Was habi da nommal gequatscht – irgendwas über Österreich und dass ich nicht böse sei (also schon, doch), weil hier alles wurscht ist, außer die Schützen. Dank ausgiebiger Einleitung gabs ebenso ausgiebigen Seifenblasenregen zum Zeitüberzug bis zum physischem Abdrängen, Schulter an Schulter – immerhin.

Joey Woodner hatte zur Abwechslung ein ernstes Thema dabei, inspiriert von einem Projekt über Erinnerungskultur. Es herrscht Ruhe in den Baracken und Ruhe in der Bäckerei so gespannt wird gelauscht. Der Gefängnis- wird zum Museumswärter und am Ende geht es wohl allen Gottheiten um friedliches Zusammenleben.

Extra aus München angereist beehrte uns Rudi mit Pommes – Jawoll! Pommes und Marmeladengläser, v.a. nächtliche Pommes und dass das letzte Pommes (ja: Neutrum!) quasi das Kryptonit und Monopoly unter gemeinsam Speisenden. Und die Frage: Bist du mehr beim Marmeladeglas halten oder drehen?

Das gibt Punkte en masse, das ist französisch und bedeutet so viel wie: Das reicht für den direkten Finaleinzug.

Ida Nordpol dachte, es gäbe nach der ersten Fünfergruppe eine Pause, hechtet auf die Bühne und DJ Katrin freut sich übers extra lange Jinglespielen. Sie spielt Mensch ärgere dich nicht mit Oma und zwar immer die roten Kegel. Außerdem wird Vater, Mutter, Kind gespielt oder auch Mutter, Mutter, Vater, Kind, Kind, Kind & Kegel, die Würfel sind jedenfalls gefallen im Glücksspiel Kinderwunsch.

Was sich später herausstellen wird: Die Jury fands finalwürdig!

Verena und ihre Freund*innen haben ihren lieben Freund Kurt immer dabei, auch wenn er nicht mehr da ist. “Ich gestehe, ich habe gelebt.” ist die catchphrase, authentische leben und das auch in anderen Menschen sehen Kurts Superkraft. Klingt nach einem fantastischen Menschen und für Verena einen hoffentlich tröstlichen Anlass, uns mit ihrem Text zu beehren.

Was haben wir denn da? Einen Bühnennamen, jawoll: Wortwende pflückt Gedanken, lässt Sackgassen zwinkern und all das und Fragezeichen, trügerischen Halt, Zerrissenheit und Planlosigkeit durch stürmisches Meer schippern. Obs am Meeresboden mehr Gewissheit gibt?

Lasse hat eine Erzählung dabei über seine Zeit als Rettungssanitäter, als ein Plädoyer dafür, diesen Beruf bitte so zu gestalten, dass Leute nicht daran kaputt gehen (wär gut für alle beteiligten Parteien tatsächlich …). In 24h-Schichten bekommt man so einiges zu sehen und ein Reminder, mal den Erste-Hilfe-Kurs aufzufrischen! Damit nimmt er erstmal auf dem Hot Seat Platz.

Sarah beschließt die Vorrunde mit einem Text übers “dahoam”, der natürlich im Dialekt sein muss. “Dahoam isch döt wo du bisch.” und das ist seit einiger Zeit also Hopfgåscht im Tiroler Unterland, wo sich das mitm Schaffe, Schaffe, Hüsle baue tatsächlich eingerichtet hat. Das Dahoam wird nicht geboren, sondern es wird gemacht (kleines foreshadowing ins Finale), es gibt jedenfalls mehrere davon.

Vor der wohlverdienten Pause entschied die Hot-Seat-Abstimmung eine Nasenlänge Vorsprung für Sophie und damit ward alles abgecheckt und es konnte an Bar und Co. geströmt werden.

Im Finale gabs ein kleines Stichwortegedichtfeature von Leo, gefolgt von No. 1 im Finale: Sophie. Familie stünde über allem, heißt es, aber manchmal braucht es einiges, um die eigene Stimme trotz allem zu behalten. Ida Nordpol hat ihren allerzweiten Slamtext dabei, in dem Judith und Simone sie zu ihren kindlichen Vorbildern befragen. Wichtig jetzt: Waren Diddelmaus, Vickie und Bambi eigentlich nicht-binär? Und Rudi beschließt mit Menschen, die sind wie ein Geländer, Netz, Wegweiser, wie ein ruhiger Punkt im Tag voller Lärm.

Leo muss sich entweder fürs nächste Mal die Ohren putzen oder das Publikum entscheidungsfreudiger sein, jedenfalls ging nach dem vollen Instrumentarium an drei Applausrunden das Gurckerlglas ins Reisegepäck von Rudi über.

Halo wurde ausnahmsweise ausgelassen, das tragen wir aber eh alle im Herzerl.

Wir sehen uns wieder, wenn nicht bei einem der “Auswärtstermine”, dann am 27. November wieder in der Bäckerei und zwar mit niemaus geringerem als deutschsprachiger Trizemeister im Poetry Slam: David Samhaber – Juhui!

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Alle Fotos: Berit Neumayr
Das von Berit: Katrin Rauch

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